Aktuell

13. Niedersächsisches Ernährungsforum

6. November '09

"Essstörung - zu dick oder zu dünn?" so lautete das Thema des 13. Niedersächsischen Ernährungsforums. Dazu luden die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sowie die Akademie für Ärztliche Fortbildung der Ärztekammer Niedersachsen am 31.10.2009 ins Haus der Ärztekammer in Hannover ein. Auf dem Tagungsprogramm standen eine Auswahl an interessanten Vorträgen aus Wissenschaft, Forschung und Praxis. In den Grußworten von Frau Dr. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer, und der Leiterin der DGE Niedersachsen, Helga Strube, wurde noch einmal an den bekannten Prof. Dr. Volker Pudel erinnert, der Anfang Oktober verstorben ist. Prof. Dr. Pudel war u.a. im Gebiet der Ernährungspsychologie "der Ernährungspapst" und seine Worte hätten wie keine anderen zu diesem Thema gepasst. So fand dieses Ernährungsforum auch zu seinem Gedenken statt.

Die Referenten aus Wissenschaft und Praxis widmeten sich den Essstörungen Anorexia nervosa (Magersucht) und Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht). Ein ebenfalls gestörtes Essverhalten weisen Personen mit einer Binge-Eating Disorder (Essanfälle ohne kompensatorisches Verhalten) auf. Es wurden Beispiele aus der Praxis aus psychologischer und ernährungstherapeutischer Sicht anschaulich geschildert. So sind Essstörungen nicht nur ein gestörter Umgang mit dem Essen, sondern stellen aus therapeutischer Sicht einen Weg dar, um Gedanken und Gefühle zu vermitteln, die die betroffenen Personen anders nicht ausdrücken können. Daher ist eine reine Ernährungsberatung auch nicht sinnvoll, sondern die Therapie muss neben der Ernährungstherapie auch eine umfassende psychologische und medizinische Behandlung umfassen.

Ein treffendes Fazit lieferte Prof. Dr. Joachim Westenhöfer, Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg. Essstörungen sind ernsthafte und teilweise lebensbedrohliche Erkrankungen. Nach international definierten Kriterien liegt die Häufigkeit von Essstörungen in Deutschland unter 2 %, was immer noch zu viel ist. Allerdings bedarf auch das Problem der Adipositas (Häufigkeit bei über 6 % bei Kindern und Jugendlichen) ausreichender Beachtung. Generell, so Prof. Dr. Westenhöfer, ist es wichtig, von Kindern und Jugendlichen bis zu den Senioren einen

gesunden Lebensstil mit genussvoller Ernährung, ausreichend Bewegung und Entspannung als Grundlage für Lebensfreude und Lebensqualität zu schaffen.

Während der Pausen reichte die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen fruchtige Milchshakes und versorgte die TeilnehmerInnen mit zahlreichen Informationen, die mit großem Interesse angenommen wurden. Denn gerade die Milch und die Milchprodukte sind in der Ernährung, im besonderen bei essgestörten Personen, ein wichtiger Bestandteil als Prävention gegen Osteoporose. Die Krankheit Osteoporose, stellt aufgrund des Kalziummangels während der Essstörung, eine der häufigsten Folgeerkrankungen von Essstörungen dar.

Bilder zur Veranstaltung finden Sie unter http://www.milchwirtschaft.de/bildergalerie/index.php.

LVN/Klärs

Bildergalerie DGE-Ernährungsforum, Hannover anzeigen