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"Grünlandmilch" mit viel Omega 3 Fettsäuren

10. Juni 06

Die Fettsäurezusammensetzung im Milchfett lässt sich durch die Futterration beeinflussen. Die Fettsäuren im Milchfett entstammen entweder direkt dem Futter und dem Fettgewebe der Kuh oder werden durch die Pansenflora oder der Milchdrüse synthetisiert. Untersuchungen in der Schweiz haben ergeben, dass beiden Gehalten von Omega 3 Fettsäuren und konjugierten Linolsäuren (CLA, Conjugated Linolic Azid) sehr große Effekte durch verschiedene Futterrationen zu beobachten sind.

Omega 3 Fettsäuren sind vergleichbar mit Vitaminen, essenzielle Nahrungsbestandteile in der menschlichen Ernährung und haben verschiedenste positive gesundheitliche Effekte. CLAs werden sogar noch wesentlich weitergehende Wirkungen zugeschrieben. Im Projekt wurde der Einfluss von praxisüblichen Fütterungsstrategien auf die Fettsäurezusammensetzung des Milchfetts untersucht. Neben dem Fettsäuremuster wurden auch verschiedenste Betriebsdaten erhoben, um die Frage zu klären, ob eine Milch mit gesichert hohen Gehalten an Omega 3 Fettsäuren in der Praxis erzeugt werden kann. Zusätzlich wurden mittels Analyse der Isotopenverhältnisse von Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff Methoden entwickelt, um anhand von Milchproben Rückschlüsse auf die Fütterung und die Haltungsbedingungen der Kühe zu ermöglichen.

Eine Milch mit hohen Gehalten an Omega 3 Fettsäuren und CLAs kann durch den Verzicht auf Silomais und die Begrenzung der Kraftfuttergaben erreicht werden. Grundsätzlich ist es unerheblich, in welcher Form das Gras verfüttert wird (Weide, Eingrasen, Silage, Heu), schon geringe Silomaisanteile in der Ration, ebenso wie Kraftfuttermengen von deutlich mehr als 500 kg pro Kuh und Jahr senken die Gehalte an Omega 3 Fettsäuren in der Tankmilch deutlich.

Gegenüber Milch aus Ackerbauregionen mit hohen Mais- und Kraftfutteranteilen in der Ration erreichen Grünlandbetriebe mit einer hohen Grundfutterleistung doppelt bis dreifach höhere Gehalte an Omega 3 Fettsäuren und CLAs. Dabei ist die Bewirtschaftungsform (Bio oder konventionell) unerheblich, für die Praxis das entscheidende Kriterium ist der Verzicht aus Silomais und die Begrenzung der Kraftfuttermenge. Betriebe, die im Rahmen einer Niedrigkostenstrategie sparsam mit Kraftfutter umgehen, versuchen möglichst viel Weidegras zu verfüttern und damit bewusst auf das Ausfüttern der genetisch möglichen Milchleistung verzichten. Sie verfügen über eine Milch mit hohen Omega 3 Gehalten. Dr. Daniel Weiß, Freising L&F