Außenbereich Stall - Futtertrog

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Neue Höchstmengen für Jod in Futtermitteln ab September verbindlich

25. März 06

Auf die Anpassung der zulässigen Höchstmengen für Jod in Futtermitteln hat die Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) hingewiesen. Mit der Senkung der Höchstmengen für Jod auf 5 mg/kg in Futtermitteln für Milchkühe und Legehennen, die ab September 2006 verbindlich werden, hatte die Europäische Kommissionim vorigen Herbst auf Untersuchungsergebnisse des FAL-Instituts für Tierernährung in Braunschweig reagiert. Dort war zuvor der Einfluss unterschiedlicher Jodzugaben im Futter auf die Jodkonzentration in der Kuhmilch und anderen Lebensmitteln untersucht worden. Dabei habe sich gezeigt, dass vor allem der Jodgehalt in der Milch deutlich erhöht werden könnte, was die Frage nach sinnvollen Höchstgrenzen aufgeworfen habe, erklärten die FAL-Forscher jetzt in einer Presseinformation. Denn auch ein Jodüberschuss könne sich negativ auf den Schilddrüsenstoffwechsel auswirken. Die maximale Aufnahme pro Tag sollte bei Schulkindern 300 µg bis 450 µg und bei Erwachsenen 600 µg nicht überschreiten. Mit einem halben Liter Milch könne bereits etwa die Hälfte des täglichen Jodbedarfs bei Kindern gedeckt werden. Bislang habe der Gesetzgeber relativ hohe Maximalwerte für Jod in der Tierernährung gestattet. Futter habe bis zu 10 mg Jod pro Kilogramm enthalten dürfen, was 20-mal mehr Jod als der Bedarf der Tiere gewesen sei. Bei Versuchen sei dem Futter von Kühen 5,5 mg Jod pro Kilogramm zugesetzt worden, wodurch der Jodgehalt der Milch auf durchschnittlich 1.215 µg/kg habe gesteigert werden könne. Bei einer Zugabe von 10 mg sei der Gehalt sogar auf rund 2.760 µg/kg gestiegen. Damit wäre schon mit einem halben Liter Milch am Tag die maximal tolerierbare Jodaufnahme deutlich überschritten. Auch bei Eiern bewirke die Jodzulage im Hühnerfutter einen deutlichen Anstieg des Jodgehalts. Bei Fleisch erhöhe sich durch Jodzusatz im Futter der Jodgehalt nicht so deutlich wie bei Eiern und Milch, stellte die FAL fest. Auch könne der Beitrag von Fleisch zur Jodversorgung des Menschen mit weniger als 5 % der Aufnahme als relativ gering eingeschätzt werden.  AgE